Kreuzfahrten mit Kind(ern)

Auf Instagram hatte ich ja angekündigt, dass ich einen Beitrag dazu verfassen möchte, wie unsere Kreuzfahrt mit Kind verlaufen ist. Hier ist er also.

Anreise

Die Anreise ist natürlich immer individuell, je nachdem wie weit man es hat, bei uns waren es 2 Stunden Autofahrt, mit verfahren 3. Und wie erwartet schlief der Kleine 10 Minuten vor Ankunft ein, ein kurzer Mittagsschlaf also. Aber bei ihm ist das zum Glück nicht so schlimm, wie es mit dem Großen war.

Einchecken

Wir hatten Glück und konnten mit dem Clubstatus meiner Eltern den Express Weg gehen, dadurch hatten wir keine Wartezeit. Ansonsten wäre die Schlange lang gewesen, dass Anstehen mit kleinen Kindern nicht viel Spaß macht weiß sicher jeder. Ein separater Weg für Eltern mit Kindern wäre hier wirklich schön, wenigstens für Kleinkinder bis zum Grundschulalter.

Direkt nach dem Einchecken folgte noch die Seenotrettungsübung, auch nicht einfach mit Kindern, die Weste sollte man auf keinen Fall vorher schon mal probieren, wenn es dann so weit ist bringt vermutlich nichts auf der Welt diese Weste ein zweites Mal ans Kind. Zum Glück gab es einen extra Bereich für Familien zum Warten, so gingen die Kinder in dem dichten Gedränge nicht unter. Damit wären dann aber alle unangenehmen Sachen auch schon erledigt und der schöne Teil der Reise kann beginnen.

Die Mahlzeiten

Wovor wir vorher ein bisschen Bammel hatten waren ja die Mahlzeiten. Unsere Kinder sind jetzt nicht die besten Esser, still sitzen können sie nur bedingt lange und essen gehen machen wir daher eher ungern. Jetzt kann man ja auf dem Schiff jederzeit essen, da ist es nicht so schlimm, wenn sie mal nichts wollten und später Hunger hatten. Dank Begleitung durch die Großeltern konnten Mama und Papa auch mal was zu essen holen, sonst wäre das eventuell schwierig geworden. Wir haben uns immer einen Tisch möglichst in einer Ecke mit Meerblick gesucht und immer etwas zum Spielen mitgenommen, so ging es eigentlich. Nur gegen Ende der Reise war dann langsam die Luft raus, aber auch wir Erwachsenen haben da schon mit weit weniger Elan gegessen als zu Beginn.

Die Buffetauswahl ist riesig, es gibt auch speziell etwas für Kinder, etwas tiefer angerichtet, so dass auch kleine Kinder sich allein etwas holen können. Das Beste war aber die Abends eigens für Familien vorgezogen Essenszeit in einem der Restaurants, da konnte man dann wirklich entspannt essen, es war nicht so voll und fast alle Eltern reagieren weniger gereizt auf lautere und rumrennende Kinder. Da haben alle was von, die restlichen Gäste können dann später ebenfalls in Ruhe essen.

Schlafen

Die zweite Sache die sich mit kleinen Kindern manchmal schwierig gestaltet, aber auch hier gab es keine Probleme. Es gab ein extra Reisebett vom Veranstalter gestellt, das haben wir allerdings nicht gebraucht, da das Doppelbett so groß ist, dass wir da gut zu viert reingepasst haben. Wurde es doch etwas eng, hat der Papa sich auf das zusätzliche Bett direkt daneben verzogen. Wir hatten das ausgeklappt und direkt mit ans große Bett verschoben, das blieb auch den Rest der Reise so und wurde vom Reinigungspersonal nicht zurück geschoben, das fand ich sehr gut.

Ansonsten sah unser Abendritual so aus, dass wir alle zusammen auf die Kabine sind, uns bettfertig gemacht haben und noch ein paar Minuten eines Kinderfilm geguckt haben, dann sind die beiden Kinder meist auch schon eingeschlafen, da die Tage doch sehr aufregend waren. Die Eltern waren meist schon ein paar Minuten früher eingeschlafen.

Ausflüge

Das Tolle an so einer Kreuzfahrt ist ja, dass man wirklich viel sieht und weit rum kommt auf der Welt. Die Kinder fanden die Vorstellung, jeden Tag in einem neuen Land zu sein sehr aufregend und es gab auch überall etwas zu entdecken. Wir haben keine Ausflüge gebucht sondern uns überall selbst frei bewegt, das war so auch ohne weiteres möglich. Man bekommt überall Stadtpläne sobald man das Festland betritt und kann sich in den Ausflugspräsentationen immer etwas Inspiration holen, was man machen möchte.

Lange Laufwege waren auch kein Problem, da wir einen Buggy vom Schiff geliehen hatten. Den hatte der Opa schon Wochen vor Reiseantritt reserviert und konnte dann ganz einfach gegen eine Kaution von 60€ an der Rezeption abgeholt werden. Der Buggy wär super, leicht zu handhaben, passte zusammen geklappt bequem unter das Bett in der Kabine. Auch der Große fand den super bequem, eventuell wäre es hat nicht schlecht gewesen einen zweiten zu Leihen, dann hätte der Papa den Kleinen nicht die ganze Zeit tragen müssen.

Seetage

Wir hatten zwei Seetage auf der Reise und anfangs die Befürchtung, die Kinder würden sich da langweilen. Aber Fehlanzeige, dank des umfassenden Angebots für kleine und große Kinder zum Spielen. Wir hatten natürlich schnell den Kids Club entdeckt. Hier hätte man die Kinder ab 3 Jahren abgegeben können, man konnte aber auch prima selbst mit den Kindern dort hin gehen. Es gab einen Innen- und einen Außenbereich mit Rutsche und Bällebad, Bobby Cars, Lego Duplo, ein Schiff aus Holz zum Klettern und sogar eine Kinderpool mit Wasserrutsche. Die war auch für den Kleinen problemfrei nutzbar und damit definitiv das Highlight der Reise. Da wir immer mit den Kindern zusammen dort waren und sie nie aus den Augen ließen, brauchte der Kleine auch keine der ausgehängten Schwimmwesten. Zum Glück!

Denn wie wir bei anderen Kindern beobachten konnten, waren das wahre Todesfallen. Wenn ein Kind mit Weste umfiel im Wasser, trieb es mit dem Gesicht unter Wasser ohne Chance, sich selbst wieder hinzustellen. Am Kragen waren die Westen so hoch, dass es den Kopf auch nicht aus dem Wasser heben kann. Sollte hier kein Elternteil sein um es hinzustellen, wäre das fatal. Die Betreuer waren meist mit ein paar Kindern im Innenbereichen und somit auch nicht da um zu Helfen. Also hier kleine Kinder besser nicht alleine an den Pool lassen!

Da wir die meiste Zeit im Kids Club verbracht haben konnten wir auch ein wenig das Programm begutachten, dass den abgegeben Kindern zuteil wurde. Von Basteln, Malen, Theater bis Wettkämpfe mit der Crew war da Alles dabei, den Kindern wird hier wirklich viel geboten. Manche Kinder waren den ganzen Tag dort. Die Betreuer gehen auch mit ihnen Mittag- und Abendessen und auch in der Zeit, in der kein Programm stattfinden ist immer jemand dabei, der aufpasst. Ein bisschen also wie eine schwimmende Kita. Allerdings wurden auch hier einige wenige Kinder nur ungern abgegeben und hatten dann wenig Spaß, saßen nur in der Ecke und wollten abgeholt werden. Ob man das seinen Kindern im Urlaub wirklich zumuten will muss jeder selber wissen, wer sich dazu entscheidet eine Kreuzfahrt mit Kindern zu machen sollte tatsächlich einplanen, stundenlang nur im Kids Club zu sitzen. Ein gutes Buch kann dabei Wunder bewirken.

Fazit

Zusammengefasst kann ich sagen, eine Kreuzfahrt mit Kindern ist absolut machbar und auch Empfehlenswert. Wer ein bisschen Flexibilität mitbringt sollte keinerlei Schwierigkeiten haben, die Kinder hatten definitiv viel Spaß und wünschen sich das auch ein weiteres Mal. Und entgegen aller negativen Erwartungen sind sogar wir Eltern entspannt aus der Reise gegangen, insbesondere aber auch dank der Großeltern, die mit dabei waren und auch ab und an mal die Kinderbetreuung übernommen haben. Da war sogar ein Kinoabend für Mama und Papa dabei, besser geht es doch eigentlich nicht.

PS: Kinderklositz nicht vergessen, die gibt es nämlich an Board nicht. Das könnte man mal nachbessern.

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Darf ich mich einmischen?

Kennt ihr solche Situationen: ihr seid mit euren Kindern auf dem Spielplatz und die Kinder spielen tatsächlich mal total friedlich miteinander, so dass ihr genug Zeit habt auf einer Bank zu sitzen und die anderen Familien zu beobachten. In so einem Moment habe ich folgende Szene beobachtet.

Ein Junge (ca. 3 Jahre) ist da mit seinem Bobby Car und fährt damit durch die Gegend. Plötzlich lässt er das Auto stehen und spielt mit etwas Anderem. Da erblickt ein befreundeter Junge (ca. 5 Jahre) das Gefährt und setzt sich drauf, um damit zu fahren. Der kleine Besitzer findet das nicht so gut und rennt sofort hin und schubst den vermeintlichen Konkurrenten vom Auto. Der fängt ganz furchtbar an zu weinen. Da endlich guckt die Mutter des Dreijährigen mal hoch aus ihrem Gespräch, schätzt die Situation in Sekunden ab, geht zu ihrem Sohn, der auf dem Bobby Car sitzt und gibt ihm erstmal zwei ordentliche Ohrfeigen. Anschließend hilft sie kurz dem befreundeten Jungen auf, dann bekommt der eigene Sohn noch eine weitere Ohrfeige und dann setzt sie sich zurück auf ihre Bank und tratscht weiter. Situation geklärt. Dass ihr Sohn auf dem Auto sitzt und ganz bitterlich weint, sicher noch für 10 Minuten, stört sie wenig.

Und jetzt ich. In solchen Situationen frage ich mich immer, wie reagiert man da als Außenstehende? Wie weit ist es mir erlaubt, andere Eltern auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen, oder in ihre Erziehung einzugreifen. Mein erster Impuls wäre gewesen, hinzugehen und den Jungen zu trösten. Aber darf ich das? Mische ich mich da nicht in Dinge ein, die mich eigentlich nichts angehen?

Das ist natürlich eine extreme Situation, es gibt auch weniger gravierende Beispiele. Wenn wir auf diesen Spielplatz kommen und Spielzeug dabei haben, ist diese Gruppe von Kindern sofort zur Stelle um beherzt zuzugreifen und mit unserem Spielzeug zu spielen. Kein Problem für mich und auch für meine Kinder, die bereits gelernt haben, dass Teilen etwas Wundervolles ist. Weniger OK ist es für mich, wenn diese Kinder anfangen die Spielsachen von uns weg zu tragen, manchmal in die eigene Wohnung, die direkt neben dem Spielplatz liegt. Auch auf ausdrücklichen Wunsch bleibt das Spielzeug verschollen, bis einer der Erwachsenen hinterher geht und es zurück holt. Was ich dann aber wirklich nicht mehr schön finde, ist wenn wir mal nichts dabei haben, aber die selbe Gruppe Kinder einen ganzen Haufen. Und wenn dann unsere Kinder vorsichtig auch nur in die Nähe des Spielmaterials kommen, wird das sofort zusammen gesammelt und gebunkert und die Jungs mit den Worten „das gehört uns“ abgewiesen.

Jetzt kann man sagen, so sind Kinder eben, aber ihre Eltern sitzen ja daneben und sagen auch kein Wort. Meist bekommen sie es nicht mit, da sie in Gespräche vertieft sind, manchmal sehen sie es aber doch und bleiben stumm. Jetzt kann man sagen, das ist schon ok, niemand muss Teilen, aber irgendwie erwarte ich in meinem Verständnis eines respektvollen Umgangs miteinander schon, dass Kinder, die unser Spielzeug nutzen ohne zu fragen, auch gewillt sind selbst etwas zu teilen. Und hier wieder die Frage, darf ich etwas sagen? Darf ich mich in die Erziehung einmischen und die Kinder darauf hinweisen, dass sie doch bitte mit uns teilen können, so wie wir mit ihnen? Und ist es schon eine Art Einmischung, wenn ich meinem Sohn versuche im Beisein der fremden Kinder zu erklären, dass eben nicht alle Kinder so bereitwillig teilen, wie er das tut?

Ich handle in solchen Fällen natürlich auch im Sinne meines Kindes. Es ist natürlich so, dass alle Eltern Wert auf andere Werte legen und diese versuchen ihren Kindern näher zu bringen. Nicht alle können meiner Meinung sein, alle erziehen auf unterschiedliche Weisen und sehen ihre Art der Erziehung als Richtig. Ich selbst bekomme oft genug ungebeten Erziehungsratschläge in Momenten, in denen ich der Meinung bin, alles richtig zu machen. Und auch ich werde dann natürlich nicht gern kritisiert, ziehe aber trotzdem oft im Nachhinein noch die Hinweise heraus, die ich für hilfreich halte. Aber nicht alle Menschen sind gut darin, ihr Verhalten selbstkritisch zu reflektieren und können mit meinen Hinweisen dann eventuell nicht viel anfangen.

Allerdings bin ich der Meinung, dass es gewisse Dinge gibt, die niemand tolerieren muss. Und eines davon ist die wie im ersten Beispiel beschriebene Gewaltanwendung gegenüber Kindern. Einige würden sagen, ach so ein Klaps schadet doch nicht, aber erstens ist eine so gepfefferte Ohrfeige kein Klaps mehr und zweitens, doch, auch ein Klaps schadet. Dank der Ausbildung meines Mannes weiß ich, dass es (leider erst) seit 2010 tatsächlich so ist, dass Kinder per Gesetz ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Gewalt gegen Kinder (und hier in erster Linie die physische Gewalt) ist also tatsächlich eine Straftat. Und eine Ohrfeige ist Gewalt. Es tut dem Kind weh, körperlich, seelisch, schadet seinem Urvertrauen und hat keinerlei positive Wirkung. Leider fehlte mir in dieser Situation die Courage zur Mutter zu gehen und ihr das zu sagen. Ihr zu sagen, dass sie da eine Straftat begangen hat, für die ich sie in der Theorie anzeigen könnte und das am Liebsten auch tun würde.

Leider bin ich der Meinung, dass auch das wenig genützt hätte. Und außerdem würde ich diese Drohung sowieso nie in die Tat umsetzen. Denn trotz Allem bin ich der Meinung, dass diese Mutter ihr Kind liebt und es ihm ohne sie wesentlich schlechter gehen würde. Ich weiß, dass man seine Eltern bedingungslos liebt, egal was sie tun. Ich weiß, dass auch dieses Kind irgendwann drüber hinweg kommen wird, verstehen wird, dass die Mutter dies lediglich aus Unfähigkeit getan hat, überfordert und ohne einen besseren Ausweg zu sehen. Dass es nicht bedeutet, dass es schlecht und unwürdig ist, es nicht verdient hat geliebt und besser behandelt zu werden. Zumindest hoffe ich das. Hoffe, dass es kein Fehler war, Nichts zu sagen.

Aber irgendwann, irgendwann werde ich aufstehen. Aufstehen, zur Mutter gehen und sagen, dass es nicht schlimm ist, wütend zu sein. Dass es nicht schlimm ist, nicht weiter zu wissen. Dass ich verstehen kann, wie einen die Gefühle manchmal übermannen können und hochkochen und man ihnen irgendwie Raum geben muss. Aber dass es immer – IMMER – einen besseren Weg gibt, als sein Kind zu schlagen. Denn Kinder haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung!

Unser Wochenende in Bildern 7.7.-8.7.2018

Dieses Wochenende war das Motto „ohne Handy gehts auch“ (unfreiwillig) und darum gibt es diesmal nur ein paar Bilder, dafür umso schönere.Der Samstag begann mit Ausschlafen. Das Wetter war nicht so schön, aber mit einem Blick auf den Wetterbericht entschieden wir uns, wie geplant an den Badesee im FEZ in Berlin zu fahren. Zum Glück!Anfangs noch etwas bewölkt wurde das Wetter schnell besser und so genossen wir diesen wunderbaren Tag am Badesee. Der Kleine war unterwegs dahin eingeschlafen und so hatten wir dann auch keinen mittagsschlafbedingten Zeitdruck.Die beiden Jungs haben das Wasser in vollen Zügen genossen und waren so glücklich. So vollkommen zufrieden waren sie schon lange nicht mehr. Kein Streit, kein Stress, nur planschen, toben, Sonne genießen.Auch Papa war voll in seinem Element und baute den beiden Jungs ihren Privatpool inklusive Murmelbahn.Schusselig wie wir sind hatten wir die Mütze vom Kleinen im Auto vergessen, so gab es eben die Hose auf den Kopf. Man muss eben nur kreativ sein. Irgendwann nach 5 Stunden hatten wir dann aber auch genug und so ging es zu Uroma und Uropa, wo noch eine Überraschung wartete.Ein Original WM Fußball für die Jungs. Da konnte sogar Mama mal die Füße hoch legen und ein Spiel gucken. Zum Abendessen gab es etwas ganz wunderbares.Spaghetti mit russischen тефтели (Tefteli). Das war so lecker, da hat sogar der Große richtig rein gehauen. Und dann ging es auch schon nach Hause und todmüde ins Bett.Kein Wunder, dass der Kleine so erstmal bis 9:30 schlafen musste. Nach etwas aufräumen und einer Ladung Wäsche ging es dann mit dem Auto zu Oma und Opa und erstmal auf den Spielplatz.Während Papa die Jungs beaufsichtigte musste Mama hart schuften. Denn es war Pokemon Go Event. Schiggy mit Sonnenbrille. Wie süß ist das denn. Bewaffnet mit dem Handy vom Bruder ging’s los, ein Kollege hatte ebenfalls Bedarf angemeldet. Das war wirklich harte Arbeit.Dann ging es zurück zu wunderbarem Mittagessen. Und dann noch den Kleinen etwas auspowern, der sollte nämlich gut schlafen. Wir hatten dieses Wochenende mal etwas Neues vor, der Kleine sollte allein bei Oma und Opa bleiben, während wir mit dem Großen einen kleinen Ausflug machen wollten. Aber während wir warteten, dass der Kleine schläft, konnten wir noch ein paar Fotos gucken.Und dann ging es auch schon los. Das Ziel: Der Große war so aufgeregt, dass er prompt erstmal Bauchweh bekam. Aber wir ließen es einfach ruhig angehen. Anstehen mussten wir gar nicht, das war sehr angenehm. Die Ministadt war toll, aber auch die anderen Attraktionen begeisterten uns. Die Drachenbahn, die Ninjago Stadt, die Fabrik, es gab einfach so viel zu entdecken und auch zu bauen.Leider hatte Mama ihr Handy im Auto vergessen und Papas Handy hatte kaum Akku, so waren wir mal wieder Zeitlos, Kameralos, aber dafür voll fokussiert auf unseren Großen. Und der hatte so richtig Spaß. Auf dem Heimweg sagte er dann aber, dass wir das nächste Mal den Kleinen wieder mitnehmen müssen, ohne ihn wäre es echt doof. Wunderbar diese Bruderliebe.Wieder zu Hause mussten die Errungenschaften aus dem Shop gebaut und getestet werden, die letzte testen wir jetzt noch.Also das LEGO natürlich. Das war ein wunderbares Wochenende, wir haben unsere gemeinsame Zeit sehr genossen und freuen uns jetzt umso mehr auf die Ferien, die nächstes Wochenende für uns starten.Mehr Wochenende in Bildern gibt es wie immer hier auf dem Blog „geborgen wachsen“.

Wochenende in Bildern 23.6.-24.6.2018

Dieses Wochenende habe ich beschlossen, seit Langem mal wieder ein Wochenende in Bildern zu verfassen. Schon allein, weil dieses Mal etwas ganz besonderes Anstand. Aber lest selbst.

Der Sonnabend beginnt wie immer ganz entspannt, alle haben bis kurz vor 9 geschlafen. Da wir viel zu tun haben gingen wir direkt los.

Während Mama und Papa noch 10 mal in die Wohnung zurück laufen, weil sie irgendwas vergessen haben, können die beiden Jungs es kaum erwarten endlich los zu gehen. Draußen sind es dann aber die Jungs, die ein schnelles Vorankommen verhindern.

Unser erstes Ziel: den Kater eines Kollegen füttern. Mit zwei kleinen Kindern gar nicht so leicht, während man versucht zu verhindern, dass der Kleine das Futter selbst isst, füllt der Große schon mal nach.

Na verhungern wird der Kater die nächsten zwei Tage jedenfalls nicht. Anschließend geht es ganz langweilig aber total entspannt einkaufen, für das Wochenende und einen super leckeren Brunch direkt im Anschluss.

Und dann steht aufräumen an, denn wir erwarten ganz gespannt hohen Besuch. Die Söhne dekorieren derweil schon mal für das Spiel.

Während der Kleine Mittagsschlaf macht, wird Mama endlich fertig mit aufräumen und kann mit dem Großen noch eine entspannte Runde, quasi die Ruhe vor dem Sturm.

Und dann sind sie auch schon da. Meine kleinen Cousins aus Myanmar. 6 und 8 Jahre alt sind die Jungs und super quirlig und super süß. Und schon ist Leben in der Bude. Es werden natürlich alle Spielzeuge durchgetestet.

Gesellschaftsspiel gehören natürlich auch dazu.

Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Käse oder lieber ohne, aber wenn dann Parmesan, oder doch Sauce.. gar nicht so leicht allen Feinschmeckern gerecht zu werden.

Für das Fußballspiel sind alle Kinder nicht zu begeistern, aber eine Runde Let’s Dance, da sind alle Feuer und Flamme.

Und dann ist es auch schon so weit, Zeit für das Bett. Endlich kommt unser neu geschaffenes Familienbett mal zum Tragen.

Nach kurzer Diskussion wer neben mir schlafen darf hat dann auch jeder seinen Platz gefunden. Dann wird aber nochmal kurz aufgesprungen, als Papas verhaltener Siegesruf ertönt: Deutschland hat gewonnen! Dann wird noch viel gelacht und geredet und nachdem die letzten Fragen nach Geistern und Zombies zu aller Zufriedenheit geklärt sind, schlafen endlich alle. Zusammengekuschelt im großen Bett, wunderbar. Ich liebe das wirklich und alle sind glücklich.

Der nächste Tag beginnt um 7:30 mit den beiden Großen.

Die Playmobilkiste hält immerhin so lange, bis man dann gegen 9 endlich die beiden kleinen Kinder wecken darf und ein wunderbares Pancakefrühstück zusammen genießen kann.

So ein fröhlicher bunter Haufen. Das ist zwar anstrengend aber das Kinderlachen und das glückliche „das ist heute mein Traumtag“ machen das mehr als wieder gut. Leider fesselt uns das Wetter an die Wohnung und so wird größtenteils auf der Couch gelümmelt.

Zum Mittag gibt es selbstbelegte Pizza.

Und während der Kleine nochmal Mittagsschlaf hält, ist wieder mal Playmobil angesagt, diesmal der Wasserpark. Und ganz schnell ist das ganze Wohnzimmer ein Wasserpark.

Und dann ist es auch soweit, die beiden Cousins werden abgeholt und plötzlich ist es wieder ganz ruhig in der Wohnung. Dabei kommt es mir sonst mit meinen beiden gar nicht so ruhig vor, aber mit 4 Jungs ist doch deutlich mehr los. Wir sind uns jedenfalls einig, dass zwei Kinder eigentlich genug sind. Wobei, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, eigentlich war es doch ganz nett, so hektisch und fröhlich zugleich.

Der Kleine rundet den Tag noch ab, mit einem wunderbaren Gemälde.

Und dann sitzen wir gemütlich zu viert und gucken Fußball. Ein wunderbares Wochenende. Familie ist schon was Tolles.

Noch mehr Wochenenden gibt es wie immer bei „geborgen wachsen„.

Vielfalt in Spielmaterialien

Habt ihr schon mal zur Rushhour am Alexanderplatz in Berlin gestanden und die Menschen betrachtet, die aus einer Ubahn steigen? Es sind Hunderte. Und keiner sieht gleich aus. Die Vielfalt der Menschen ist so unendlich groß und gleichzeitig so wunderbar. Aber spiegelt diese sich auch im Spielzeug wieder?

Mein Mann macht derzeit eine Ausbildung zum Pädagogen und musste sich im Rahmen dieser Ausbildung mit diesem Thema auseinandersetzen und einen Text dazu schreiben. Und weil ich das Thema so wichtig finde und seine Arbeit so unglaublich gut gelungen, möchte ich das gerne mit euch teilen. Viel Spaß!

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Gedanken zum „KiDs aktuell – Fair play! Vielfalt in Spielmaterialien“

In dem von mir gewählten Text geht es um die gewünschte, aber stellenweise nicht vorhandene Vielfalt in Spielmaterialien und die Vorteile dieser. Dabei gibt es einige Aspekte, die mir neu und so vor der Lektüre nicht bewusst gewesen sind. Bisher habe ich das Thema lediglich aus den Augen meiner eigenen Kinder betrachtet, die mit ihrer Haut- und Haarfarbe von den Stereotypen im herkömmlichen Spielzeug bedient werden. Die Notwendigkeit von Spielzeug, das die Diversität widerspiegelt, kam mir daher als unnötig vor, da ich der Meinung war, dass ich auch mit Hilfe meiner Erziehung klar machen kann, dass anders nicht unbedingt schlechter ist und dafür nicht unbedingt abgestimmtes Spielzeug notwendig ist. Hier hat der Text mich dazu gebracht, einen Perspektivwechsel einzugehen und das Spielzeug aus Sicht anderer Kinder mit eventuell anderen Merkmalen zu betrachten. Dass Kinder mit anderen Hautfarben oder Haarstrukturen sich in diesem Spielzeug nicht wiederfinden und daher in ihrem Selbstwertgefühl nicht bestärkt werden ist für mich nachvollziehbar, war mir aber bisher so nicht bewusst. Spannend finde ich hier, bewusst das Spielzeug beispielsweise meines Sohnes oder in meiner Kita dahingehend unter die Lupe zu nehmen. Dabei fällt mir auf, dass in vielen Büchern, Serien oder auch in beispielsweise Playmobil Figuren Aspekte wie Hautfarbe und Zugehörigkeit zu anderen Kulturen bereits stellenweise, wenn auch nicht vollumfänglich berücksichtigt werden. Beeinträchtigungen der Gesundheit und der Sinne, wie beispielsweise Gehörlosigkeit oder andere genetische Erkrankungen werden hingegen kaum bis gar nicht verarbeitet. Dass es für betroffene Kinder aber wichtig sein kann ist für mich eine vollkommen neue Idee. Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass es körperlich beeinträchtigten Menschen wichtig ist, als normal angesehen und behandelt zu werden, um das Gefühl zu bekommen, dazu zu gehören und nicht „anders“ zu sein. Hier kam mir zuerst der Gedanke, dass es ihnen eventuell gar nicht Recht wäre, im Spielzeug so herausgehoben zu werden. Dass es ihnen lieber wäre, nicht anders behandelt zu werden, indem spezielles Spielzeug für sie geschaffen wird, sondern einfach das „normale“ Spielzeug, das alle benutzen, zu verwenden. Bei genauerer Betrachtung ist dies aber wieder eine sehr vorurteilsbehaftetet Sichtweise. Viel besser wäre es, wenn diese Kinder in den Spielmaterialien ebenfalls bedacht werden, dies aber als vollkommen normal angesehen wird. Wenn es Standard wäre, dass Spielfiguren mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung existieren würden, dies aber nicht gesondert als „Besonderheit“ hervorgehoben werden muss. Letztlich können allerdings nur betroffene Kinder diese Frage authentisch beantworten, hierzu durchgeführte Forschungen und ihre Ergebnisse fände ich sehr interessant und würde diese begrüßen.

Zum Thema Heteronormativität kann ich dem Text vollumfänglich zustimmen, da ich in diesem Bereich schon persönliche Erfahrungen machen durfte. Mein Sohn ist ein großer Fan von Feen und Elfen, Prinzessinnen, Einhörnern und generell Serien mit weiblichen Protagonistinnen. Er liebt es sich als „seine Heldinnen“ zu verkleiden. Hier fiel es mir anfangs schwer, ihn in Prinzessinenkostümen zu sehen und so versuchte ich, ihm andere Kleidung mit diesen Themen zu kaufen. Dabei erscheint es unmöglich eben solche in anderen Farben als Pink zu finden. Ebenso sind alle Spielzeugelfen lediglich als rosa- oder pinkfarbene Varianten vorhanden. Selbst Playmobil bietet hier ausschließlich Spielzeug in der „Girls Edition“. Auch wenn es beispielsweise Bagger fahrende weibliche Spielfiguren gibt, ist hier noch ein langer Weg hin zu geschlechtsneutralem Spielzeug. Dies liegt vermutlich daran, dass diese Trennung nach „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ noch zu tief in den Köpfen vieler Menschen verankert ist und nur langsam verändert werden kann. Oft werde ich von anderen Kindern in der Kita angesprochen und gefragt, wieso mein Sohn denn mit „Mädchenspielzeug“ spielt. Und obwohl ich es nicht müde werde zu erklären, dass Spielzeug für alle da ist und jeder mit dem Spielzeug spielen soll, das ihm gefällt und diese Einstellung auch in meiner Einrichtung und der meines Sohnes von vielen Erziehern so vermittelt wird, ist doch durch ihre familiäre Umgebung bereits die Geschlechterteilung tief in den Köpfen der Kinder verankert. Hier sehe ich eines der vielen wichtigen Ziele der Vorurteilsbewussten Erziehung, die wir bereits im Unterricht durchgenommen haben. Nicht nur, dass Pädagogen den Kindern helfen, Respekt für Vielfalt zu entwickeln oder kritisch gegenüber Vorurteilen und Diskriminierung zu werden, sondern auch mit Hilfe von Elternarbeit in das soziale und familiäre Umfeld der Kinder eingreifen und den Eltern helfen, hier andere Sichtweisen zu verstehen.

Was mir im Text etwas fehlt, ist der Bezug zu anderen Spielzeugen, als zu Puppen. Diese werden hier vollumfänglich betrachtet und auch viele Dinge genannt, die man an Puppen verändern kann, um eine größtmögliche Vielfalt anzubieten. Andere Spielzeuge werden hier jedoch nicht betrachtet, wie beispielsweise Bücher oder auch die im Unterricht bereits angesprochenen Stifte. Bei der Lektüre des Textes fiel mir beispielsweise eine Situation aus der Praxis einer Pädagogin in der Familie ein. Beim Malen war ein Kind unzufrieden, da ihm die „Hautfarbe“ (so stand es auf dem Stift) ausgegangen war. Daraufhin rief die Pädagogin die Kinder zusammen und bat sie, den Stift aus der Palette heraus zu suchen, der ihrer Meinung nach ihre Hautfarbe am besten widerspiegelte. Dabei kamen so viele Stifte zusammen, wie sie Kinder in ihrer Gruppe hatte. Ein wunderbares Beispiel, wie man in der Praxis ein Bewusstsein für die Vielfalt der Menschen schaffen kann. Wenn man jedoch den weiterführenden Links folgt, findet man auch hier eine Vielzahl von Spielzeug, das in Bezug auf Rassismuskritik positiv heraussticht, wie beispielsweise die Puzzle von Dusyma oder die Gesellschaftsspiele von Hape Toys. Auch die Must-Have und Nice-To-Have Kriterien, die in diesem Zusammenhang genannt werden sind interessant und helfen mir, in meiner Kita darauf zu achten, solches Spielzeug zu beschaffen.

Was ich nicht im Blick hatte, da ich bisher keine Berührungspunkte damit hatte, ist, dass körperlich oder geistig beeinträchtigte Kinder vollkommen andere Ansprüche an Spielzeug stellen, als Kinder ohne solche Merkmale. Dass sie mit bestimmtem Spielzeug nicht umgehen können, wohingegen anderes Spielzeug ihnen hilft, ihre Stärken zu erkennen und daher ein positives Selbstwertgefühl zu entwickeln. Hier gibt der Artikel aus dem Blog „umstandslos“ einige gute Anreize, wenn auch die Linkliste leider nicht mehr aktuell ist und größtenteils nicht mehr funktioniert. Jetzt weiß ich aber, wo ich bei Bedarf nochmals nachlesen kann.

Abschließend ist zu sagen, dass noch Einiges zu tun ist um eine allumfassende Wiederspiegelung der Vielfalt der Menschen im Spielzeug zu erreichen, wir uns aber auf einem guten Weg befinden. Indem das Bewusstsein für und der Respekt vor Vielfalt der Kinder heute geschärft wird, schaffen wir eine Generation die alle Vorrausetzungen mitbringt um den Weg dahin erfolgreich zurück zu legen.

Stimmungsumschwung

Seit Anfang des Jahres geht unser Kleiner jetzt in die Kita. Die Eingewöhnung lief relativ problemfrei, man könnte sogar sagen sehr gut. Der Bezugserzieher des Kleinen wurde sehr schnell genau dazu, der absoluten Bezugsperson. Wenn man sich mit ihm unterhielt, merkte man richtig, wie gern die beiden sich haben. Beim Abschlussgespräch erzählte er mir viel über den Kitaalltag, guckte dabei aber immer den Kleinen an und streichelte ihn und machte generell einen sehr liebevollen Eindruck.

Kein Wunder also, dass wir ein sehr gutes Gefühl hatten. Und dann, ganz plötzlich, war das vorbei. Ich glaube es war der Tag, an dem ich den Kleinen brachte und sie in einer anderen Gruppe waren, aufgrund Erziehermangels. In dieser Situation beschloss der Erzieher plötzlich, dass ich den Kleinen doch mal absetzen soll, er müsse ja nicht immer auf dem Arm übergeben werden. In meinen Augen absolut nicht der Zeitpunkt für so eine Änderung und der Kleine weinte natürlich bitterlich, das erste Mal seit langem.

Und so ging das weiter. Wenn ich den Kleinen brachte, reagierte oft erstmal keiner der beiden Erzieher, außer einem „setzen Sie ihn doch mal ab“ aus der Ferne. Inzwischen ist es so, dass ich ihn rein bringe und absetze, die ersten Wochen weinte er, aber inzwischen geht es. Wenn ich ihn geholt habe, stand der Kleine in einer Ecke und weinte, manchmal war eine andere Erzieherin zumindest in der Nähe. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, er solle mal etwas entwöhnt werden von seinem Bezugserzieher, damit er nicht immer an ihm hängt. In dieser Phase war der Kleine auch zu Hause sehr anhänglich geworden. Dass ich mich mit all dem nicht wohl fühlte sprach ich an, wurde aber mit wenigen Worten abgewiesen. Ernst genommen wurden meine Bedenken ganz offenbar nicht.

Und dann kam es zu ein-zwei unangenehmen Situationen. Ich brachte den Kleinen recht spät, alle waren schon draußen. Der Erzieher kam gerade rein und sah uns, nahm den Kleinen, stellte ihn ab und zog den weinenden Jungen an der Hand mit raus. Ich konnte mich nicht verabschieden, war total perplex. Dann ging ich in die Gruppe die Brotdose ablegen und guckte nach draußen. Der Erzieher tröstete den Kleinen kurz, als der nur noch schniefte ging der Erzieher und ließ ihn da stehen. Und so stand der Kleine, minutenlang und schniefend, unbeachtet bis sein großer Bruder kam und ihn in sein Spiel integrierte. Als ich das Nachmittags ansprach war die Antwort lediglich: „ach ich dachte er wäre bei seinem Bruder“.

Seither ist die Stimmung sehr kühl und distanziert. Das Gefühl, dass der Kleine dort gut aufgehoben ist und sich wohl fühlt schwindet mehr und mehr. Wenn ich den Kleinen hole ist er oft ausgehungert und trinkt erstmal eine Flasche Wasser leer. Heute lief er bei fast 30 Grad in langer Hose und Pullover rum, obwohl er etwas kurzes darunter trug, eine Mütze hatte er nicht auf. Er steht eigentlich immer allein, einmal merkte niemand, dass ich schon da war und den Kleinen mit rein genommen hatte, erst nach 15 Minuten fiel es seinem Erzieher zufällig auf.

Jetzt ist es so, dass das alles ja nur Momentaufnahmen sind und ich nicht weiß, ob das eine rein subjektive Wahrnehmung ist, die eigentlich nicht das wirkliche Bild wiedergibt. Allerdings traue ich mich auch nicht zu fragen, da meine Erfahrung bisher gezeigt hat, dass man mich nicht ernst nimmt und dass es hinterher auch eher schlimmer wurde. Es wäre natürlich möglich darum zu bitten, dass der Kleine in eine andere Gruppe kommt, allerdings wäre das mit Stress für ihn verbunden und eigentlich, zumindest die ersten drei Monate, war er dort sehr gut aufgehoben. Allerdings bereitet mir die Situation Solche Bauchschmerzen, dass ich kaum noch an etwas anderes denke.

Es wird mir also nichts anderes übrig bleiben, als das Gespräch zu suchen und hoffentlich eine Lösung zu finden, die für alle tragbar ist. In erster Linie aber für meinen Sohn, denn auf den kommt es schließlich an. Und wer weiß, vielleicht bin ich ja auch wirklich einfach die Glucke, für die mich alle halten und bin selbst diejenige, die mal wieder auf den richtigen Weg gebracht werden muss. Wir werden sehen, drückt mir die Daumen.

Warum tut ihr euch das an?

Hallo mal wieder. Ja, hier war es still in letzter Zeit. Ich will ja nicht jammern, aber.. mein Mann sagt immer: „Alles was vor ‚aber‘ kommt ist gequirlte Sche**e“ (Zitat aus einem Film, hab vergessen welchem) und irgendwie stimmt das auch. Also. Ich will ja nicht jammern, aber wir haben einfach viel zu viel zu tun zur Zeit.

Jetzt gibt es genau zwei Fraktionen. Die Einen sagen, so ein Quatsch, habt euch mal nicht so, uns ging es damals ja auch so. Die Anderen sagen: warum nur tut ihr euch das an? Damit ihr das besser beurteilen könnt, erzähle ich euch mal ein bisschen, was bei uns so los ist.

Mein Mann macht jetzt eine Ausbildung. Zum Erzieher. Er ist glücklich wie nie, geht total auf in dieser Arbeit und ist mit ganzem Herzen dabei. Aber es steckt eben auch viel Arbeit darin. Bei 6 Stunden Arbeit am Tag plus jeweils 30-45 Minuten Fahrtweg ist er gut ausgelastet, dazu kommt noch die Lernerei für die Schule.

Ich gehe auch nur noch Teilzeit Arbeiten (um wenigstens etwas Work-Life-Balance zu behalten), also 6 Stunden Arbeit am Tag plus 45-60 Minuten Fahrtweg. Jetzt klingt das alles total entspannt, ABER da sind ja noch die lästigen Termine. Natürlich könnten wir die Kinder 8 Uhr zur Kita bringen und 16 Uhr wieder abholen, da bekommen wir beide locker die Arbeitszeit unter. Nur müssen wir manchmal eben vor 9 oder nach 15 Uhr auf Arbeit sein (ja wegen der Fahrtzeit) und schon verschiebt sich das.

Na gut, mit etwas Planung klappt auch das alles prima und so gestresst sind wir dadurch ja auch nicht. Also mal sehen, wie können wir den Zeitplan noch füllen? Ich bin jetzt Elternsprecherin, organisiere für die Kita zusammen mit anderen das Sportfest, wir besorgen die Geburtstagsgeschenke (ok, das sind nur 2 im Monat). Dann wohnt die Schwiegermama jetzt ja bei uns im Block, die hat ein kaputtes Auto und kann nicht allein einkaufen, machen wir gern. Mein Mann ist unglaublich engagiert in seiner Kita, da sind oft Termine vor und nach der Arbeitszeit.

Und dann kommt eben so Zeug. Arzttermine, selbst mal einkaufen, Freunde und Familie die uns regelmäßig sehen wollen. Dann noch das tägliche Zeug wie aufräumen, Wäsche waschen, Essen muss man ja auch noch. Und so häuft sich das eigentlich, dass ich von 7 Uhr Morgens bis 23 Uhr abends rund um die Uhr beschäftigt bin. Wie jetzt, du bekommst noch 8 Stunden Schlaf? Hab dich mal nicht so, geht doch. Ja stimmt, eigentlich ist es gar nicht so viel. Aber die Kinder wollen einen ja auch mal sehen, kommen so oft viel zu kurz. Und an Tagen, wie heute, an denen auch noch eine Krankheit dazu kommt wird es mir dann doch mal alles zu viel.

Also, warum machen wir diese ganzen Extras? Manche würden jetzt sagen, das liegt an meinem Helfersyndrom. Ja, wenn in die Runde gefragt wird, wer die Elternsprecherrolle übernimmt und betretenes Schweigen herrscht, muss ich mich einfach melden. Oder es heißt, wer organisiert das Sportfest, wenn sich keiner findet fällt es aus, dann muss ich mich melden. Allerdings denke ich hier in erster Linie an die Kinder. Denn für die, genau für die, tun wir das Alles. Nicht nur ich, viele Eltern. Nicht nur für meine, denen wär es sicher lieber, Mama mal öfter zu sehen, lieber entspannt als eingespannt.

Aber da sind ja noch andere. Kinder, deren Eltern vielleicht 10 Stunden am Tag arbeiten müssen. Kinder alleinerziehender Eltern. Und diese Eltern, die haben wirklich viel zu tun. Stimmt, dagegen ist das nichts, was bei uns so anfällt. Und diese Kinder freuen sich auch über Sportfeste, über Geschenke zum Geburtstag, über engagierte Erzieher. Und leider finden sich trotzdem nur schwer Eltern, die Aufgaben übernehmen können oder wollen. Also mache ich es eben. Und sehr gern. Für die Kinder. Meine Kinder verstehen das. Und haben immer noch sehr viel schöne Zeit mit uns, vermutlich trotzdem mehr als andere Kinder mit ihren Eltern.

Dennoch wünsche ich mir im Kitaalltag oft mehr Engagement der Eltern. Ich kann nicht sagen, ob das nur unsere Kita betrifft, da habe ich leider keinen Vergleich. Aber viele Eltern wollen nur wissen, dass die Kinder tagsüber betreut sind und sind damit zufrieden. Es klappt doch alles, warum mehr Aufwand? Warum sich noch den Stress geben, extra Zeit in diese Betreuung zu investieren? Warum sollten wir das tun? Ganz einfach: für die Kinder. Alle Kinder. Denn glückliche und zufriedene Kinder sind die Grundlage für eine glückliche Gesellschaft. Und genau das ist es, was wir alle brauchen.