9 Buchstaben – oder doch nicht?

Ich lese ja gern Mamablogs, einfach weil man da so tolle Geschichten findet. Und an seine eigenen Geschichten denkt. So ging es Tina von Kind Küche Chaos und an dieser Stelle Danke für den neuen Blog, den ich dadurch wieder gefunden habe. Die Idee zu einem Beitrag über diese 9 Buchstaben kommt nämlich von Sassi. Sie schrieb darüber diesen wundervollen Text und überhaupt ganz wundervolle Texte, da werd ich mich heute noch durchlesen. Aber vorher möchte ich euch gern meine Geschichte hinter den 9 Buchstaben erzählen, denen, die mich so lange hinters Licht führten.

Umzug in eine fremde Stadt. So startet diese Geschichte. Der Umzug meines damals noch Freundes und mir in eine andere Stadt zum Studieren. Denn unterwegs ging etwas verloren. Nein, nicht meine Unschuld, das ist etwas länger her, aber meine Pille. Die war einfach weg. Ich habe ja bis heute meine Mama im Verdacht, die gern Oma werden wollte. Vielleicht war es aber auch einfach Schicksal. Ein kurzer Anruf beim Frauenarzt. Ich könne ja meine Krankenkassenkarte schicken, sie schicken dann ein Rezept. Nein danke, die schicke ich nicht per Post.

Also neuen Frauenarzt suchen. Aber da ist noch so viel anderes zu tun, da geht das irgendwie unter. Und nun? Mein Freund und ich sind uns einig. Wir lassen es eben drauf ankommen. Meist dauert das ja ewig bis es mal klappt. Und abgeneigt sind wir ja nicht. Also was soll’s.

Und dann kurz darauf, das Ausbleiben der Tage. Wie jetzt, schon geklappt? Ich war so unglaublich aufgeregt, freudig aufgeregt, aber aufgeregt. Sofort habe ich den Test gemacht und auf die Streifen gewartet. Und da war einer, aber nur einer. Oh. Also doch nicht. Na gut, etwas traurig war ich schon, aber war ja zu erwarten dass es nicht gleich klappt. Ich hatte schon einmal einen Monat lang meine Pille nicht genommen und war damals auch 4 Wochen überfällig, scheint also nicht ungewöhnlich bei mir zu sein. Das war dann diesmal wohl wieder so. Schade, ich dachte ich hätte die perfekte Ausrede wieso ich so zugelegt hatte. Aber was soll ich sagen, mein Mann kocht einfach gut.

Als dann nach 4 Wochen immer noch nichts kam war die Überlegung doch wieder da. Vielleicht doch zu früh gemacht den letzten Test? Naja man kann ja einfach noch einen machen, also los. Diesmal ging ich ganz ohne jede Erwartung da ran, einfach mal gucken. Wieder nur ein Strich, Mist. Irgendwie ist man dann doch enttäuscht. Nach noch weiteren 2 Wochen sagte mein Papa, langsam macht er sich doch Sorgen, dass irgendwas ist. Also mal einen Termin beim Frauenarzt machen. 2 Wochen warten noch, dann würde der mir sagen, alles ok.

Und dann sitze ich bei der Ärztin. Routineuntersuchung. Sie führt ein Gespräch, wundert sich auch ein bisschen, dass ich inzwischen 8 Wochen drüber bin. Ob ich denn traurig wär, wenn ich Schwanger wär. Nein, traurig nicht. Aber bin ich nicht, hab ich getestet. Na wir gucken mal. Rauf auf den Stuhl. Sie drückt ein wenig auf meinem Bauch rum und dann guckt sie mich an. „Na Sie sind mir ja Eine. Da ist doch schon was drin!“

„Hallo?“

„Ja, Entschuldigung, ich war kurz weg. Wie, was drin?“

Und dann machte sie einen Ultraschall und ich sah dieses Bild und dachte nur „scheiße, gehts schon los?“ Und ich war verliebt. Sofort. Ich bekam einen Haufen Zeug und durfte gehen und wollte es irgendwem erzählen. Aber aus der Familie sollte es mein Mann als erstes erfahren, also rief ich eine Freundin an. „Ich bin schwanger!“ Und da waren sie das erste Mal, diese magischen 9 Worte. Wir freuten uns zusammen und kreischten den Bus zusammen. Ich malte mir aus wie ich meinen Mann überrasche und versteckte das Bild hinter meinem Rücken. Aber quer über den Aldiparkplatz sah er mich und rief „du bist schwanger!“ Er hatte es gewusst, irgendwie.

Den Rest des Tages sagte er nur: „oh, man.“ Alle 5 Minuten. Wir sagten der ganzen Familie Bescheid, immerhin war ich bereits im 4. Monat. Alles ohne Nebenwirkungen. Ganz entspannt. Ich fragte mich, ob ich resistent gegen Schwangerschaftstests bin (nein, beim Zweiten Kind zeigte der Test 3 Tage drüber sofort: Schwanger), suchte nach Namen und packte derweil meinen Bauch in Watte. Mein Mann meinte ich wär verrückt, so schnell kann man so ein kaum vorhandenes Ding nicht lieben. Bis zum nächsten Ultraschall 3 Wochen später. Bis er den Kleinen Kerl (ja, ganz deutlich) das Erste Mal live sah. Da war auch er hin- und weg. Und verliebt. Bis obenhin.

Bis heute erinnere ich mich ganz genau an diesen magischen Moment. Diesen Blick auf das kleine, atmende Wesen da auf dem Bildschirm. Und die Welt, die kurz still stand. Und dieses eine Wort, das alles veränderte und unser Leben so wundervoll auf den Kopf stellte: schwanger.

Ich kann es bis heute kaum fassen: ich bin eine Mama.

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